Der Schein trügt -1-

Fotos Stadtführer Christian Vogt

(© Schriftsteller Christian Vogt)

Es wurde um mich herum einfach kalt, als ich während meines Fluges von Europa nach Afrika aufwachte. Das war, so dachte ich, bestimmt aufgrund der schlecht geregelten Temperatur im Flugzeug. Vielleicht hatte ich aber auch Angst vor dem, was mich in dieser neuen Welt erwarten könnte. Um mich ein wenig abzulenken, nahm ich eine Zeitschrift in die Hand und fing an, einen Artikel mit dem merkwürdigen Titel "Achtung! Der Schein trügt!" zu lesen.

Doch ein paar Minuten später wurde dieses Frösteln stärker. Ich schaute auf meine Hände, sie zitterten. Ich legte die Zeitschrift weg und nahm einen kleinen Spiegel aus meinem Handgepäck unter dem Sitz und guckte mich darin an: Ich war ganz bleich im Gesicht. Erschreckt sah ich mich um, doch nichts Ungewöhnliches war hier im Flugzeug zu entdecken. Die meisten Passagiere schliefen, unterhielten sich sehr angeregt oder lasen auch diese Zeitschrift mit dem Artikel: "Achtung! Der Schein trügt!"

Ich beschloss trotzdem, die Stewardes herbeizuwinken. "Was wünschen Sie? Was kann ich für Sie tun?", kam sie gut gelaunt auf mich zu. "Sagen Sie, zittern meine Hände und ist mein Gesicht ganz bleich?", fragte ich mit verunsicherter Stimme. "Sie sehen ganz normal aus, es gibt auch keinen Grund zur Beunruhigung, denn alles ist in Ordnung!" Sie lächelte, ich lächelte, und alles war wirklich in bester Ordnung.

Die Stewardes verließ mich daraufhin wieder und hatte es geschafft, mich zu beruhigen, dieses süße Lächeln ... . Aber was war das!?! Einen Moment hatte ich das Gefühl gehabt, als hätten die Hände der Stewardes auch gezittert und war sie nicht irgendwie recht bleich im Gesicht gewesen? Ich schien schon Gespenster zu sehen. Natürlich war alles in bester Ordnung.

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