| Internet: www.stadtfuehrung-krakau.com | Polen - Geschichte Gegenwart: Seite -5- von -6- |
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Die polnische Gesellschaft ist geprägt durch die katholische Kirche, enge Familienbindungen und die damit verbundenen Traditionen. Im Gegensatz zu Westeuropa haben solche Werte in Polen noch eine große Bedeutung. Es gibt in Polen allerdings keine richtige Trennung zwischen der katholischen Kirche und der polinischen Nation - heute repräsentiert durch die Polnische Republik. Wie auch? Während der polnischen Teilungen und zu kommunistischer Zeit war die katholische Kirche der "sichere Hafen", wo Leute sich trafen, um politische, nationale und kulturelle Gedanken auszudrücken.
Daraus ergibt sich eine ganz andere Wahrnehmungsweise des "Staates". Nur wenige Polen können sich mit den Politikern und Lenkern des Landes identifizieren. Gerade junge Polen sehen im Wählen wenig Sinn und glauben nicht an die Existens einer politischen Elite. Die Wahlbeteiligung ist daher oft niedriger als 50 Prozent. Donald Tusk gewann seine Wahlen nicht wegen eines klaren Programmes und liberaler Ideen. Es war eher eine Art Anti-Kaczynski-Wahl! Junge Polen hatten einfach genug von den Kaczynski-Zwillingen, ihrer ruinösen Art der Außenpolitik und ihrer Sehnsucht nach Abrechnung mit Teilen der polnischen, aber auch eurpäischen Gesellschaft.
Die Kaczynski-Brüder stehen aber weniger für polnischen Nationalismus, sondern eher für einen großen Generationenkonflikt in der Gesellschaft - die ältere Landbevölkerung der Dörfer gegenüber den jungen, gut ausgebildeten Großstädtern. Ältere Leute - jetzt plötzlich Teil der Globalisierung - müssen sich mit neuen, unbekannten Werten zurechtkommen, verlieren den roten Faden und wollen als Reaktion darauf ihre traditionellen Prinzipien überbetonen, während die Jugend sich meist schnell anzupassen vermag.
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