Kazimierz: Zentrum der jüdischen Kultur
Ein Stadtteil, der vor allem die jungen Krakauer immer mehr fasziniert, ist Kazimierz mit dem jüdischen Viertel. Kazimierz hat einfach etwas Alternatives, seine eigene Atmosphäre. Die jüdische Gemeinde Krakaus umfasst allerdings nur noch etwa 200 Gemeindemitglieder. Man muss bedenken, dass in Kazimierz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges 65000 Juden wohnten, das waren 25% der Einwohner Krakaus! (Zum Vergleich: in Polen lebten damals ca. 3,5 Millionen Juden, im Durchschnitt 10% der Bevölkerung). Kazimierz gehörte damals zu den wichtigsten kulturellen Zentren der Ostjuden und des Ostjudentums in Europa mit seiner eigenen Sprache - dem Jiddischen.
Von Kazimierz nach Belzec und Auschwitz
Die jüdische Bevölkerung von Kazimierz wurde durch die rassistische Vernichtungspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands größenteils ausgelöscht, entweder im Ghetto Krakau-Podgorze, im Arbeitslager (KZ) Krakau-Plaszow oder in den Vernichtungslagern wie Belzec und Auschwitz. Das Schicksal der Juden aus Kazimierz dokumentiert der Film "Schindlers Liste", der überwiegend in Krakau, bzw. Kazimierz gedreht wurde.
Wiederbelebung des jüdischen Viertels
In den letzten Jahren bemüht man sich um eine Wiederbelebung des jüdischen Viertels: Klezmer-Konzerte finden in den Restaurants Klezmer-Hois, Ariel, Alef statt, und zwar bei Berdyczowska-Suppe und Pascha-Quarkkuchen. Auch gibt es noch das hervorragende jüdische Festival, veanstaltet vom Jüdischem Kulturzentrum Krakau. Das jüdische Festival Krakau findet immer Anfang Juli statt und ist inzwischen eines der beliebtesten in Polen geworden.
